Perry Chickers

Perry Chickers

*17. Mai 1913, +26. November 1985

Der amerikanische Broadwayprodzent Perry Chickers wurde am 17. Mai 1913 in Brooklyn als Cherry Pickers, die dritte Tochter der Familie, geboren. Seine Eltern waren die Tänzerin Ella Chickers und der Filmvorführer und spätere Schauspieler Bo Chickers (der vor allem durch B-Movies von Edelgard Dwight (Eddie) Wood bekannt wurde). Perry wuchs mit seinen 7 Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf.

Als junge Frau arbeitete Cherry zunächst als Tellerwäscherin. Nebenbei war sie in diversen Theaterproduktionen als Schauspielerin engagiert, die vor allem durch ihre für die damalige Zeit offene und liberale Darstellung der Geschlechterfrage bekannt und umstritten waren. So entdeckte Cherry schon früh ihre Liebe zum Musical, wo es ihr möglich war, sehr offen mit den verschiedenen Rollen experimentieren zu können.

Mit 27 Jahren gewann Perry Chickers in der Weihnachtslotterie mit nur einem Rubbellos den Jackpot und konnte sich von seinem Gewinn zwei lang gehegte Träume erfüllen: Cherry konnte zu Perry werden, er konnte nun auch äußerlich endlich das sein, was er in seinem Herzen immer gewesen war. Und er kaufte das Trineum-Theater am Broadway und begann seine Karriere als Musicalproduzent.

Neben Kassenschlagern wie „Hello Molly“, „West Side Glory“ und „Annie get your gum“ produzierte er aber von Anfang an auch kleine, nicht auf Kommerz ausgerichtete Stücke, die häufig zum Karrieresprungbrett für junge Darsteller und Darstellerinnen wurden.

Er wurde in den 50er und 60er Jahren damit zu einem der wichtigsten Produzenten am Broadway – und gleichzeitig am Off-Broadway. Julius Garland, Marnie Trixon und Nataly Wood sind nur einige der Talente, die Perry schon früh erkannte und förderte.

Im Jahre 1983, kurz vor seinem Tod, krönte Perry Chickers seine Karriere mit der Gründung der Perry Chickers Foundation, die es sich zum Ziel setzte, jungen Nachwuchs- und Amatuerschauspielern auf dem Weg auf die Bühne zu helfen. Die Stiftung fördert weltweit bis heute Bühnenproduktionen, vor allem Musicals, die sich besonders durch Unabhängigkeit von etablierten Produktionen, individuelle Entfaltungsmöglichkeiten der einzelnen Darsteller, sowie liberale und demokratische Produktionsstrukturen auszeichnen. Dabei gibt keine finanzielle, sondern vielmehr kreative Förderung.